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Eine kurze Darstellung dieser Erkrankung sowie typischer Symptome, Differentialdiagnostische Abgrenzungen zu anderen ähnlichen / verwandten Krankheitsbilder und etwaiger Ansätze für eine Therapie

Trauer

Trauer kann definiert werden als eine gefühlsmäßige Reaktion, die  durch ein schwerwiegendes Verlusterlebnis verursacht wird. Auch wenn sich dieser Artikel vor allem auf die Trauer beim Tod eines nahestehenden Menschen bezieht, kann ebenso das Ende einer Beziehung oder der Arbeitsplatzverlust u. v. m. Trauer beim Betroffenen auslösen. 


Phasen der Trauer nach Verena Kast:

1. Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen

Viele  Menschen erleben unmittelbar nach dem Tod einer nahestehenden Person  einen Schock und können und wollen den Verlust nicht wahrhaben. Gefühle  von Isolierung, Hilflosigkeit und Verzweiflung kennezeichnen diese  Phase, welche wenige Stunden bis mehrere Wochen dauern kann.

Tipps  für diese Phase: Wichtig ist es, dem Trauernden zu vermitteln, dass er  in der aktuellen Situation nicht alleine ist. Unterstützung bei  Organisieren des Begräbnisses kann ebenso hilfreich sein, wie  Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags.

2. Phase: Aufbrechende Emotionen

Aufbrechende  Gefühle von Schmerz über Schuldgefühle bis hin zur Wut kennzeichnen  diese Phase, welche mitunter sogar einige Jahre andauern kann. Eine  nicht unwesentliche Rolle bezüglich Verlauf und Dauer dieser Phase  spielen auch die Umstände des Todes.

Tipps für diese  Phase: Gefühle zuzulassen ist bei der Trauerbewältigung enorm wichtig.  Sie sollen nicht unterdrückt werden und können auf Konflikte hinweisen,  welche es noch zu bearbeiten gilt.

3. Phase: Suchen und Sich-Trennen

Die  eigentliche innere Auseinandersetzung mit dem Todesfall und dem  Verstorbenen findet in dieser Phase statt. Erinnerungen haben in dieser  Phase eine zentrale Bedeutung und durch das bewusste Abschiednehmen kann  der Verlust verarbeitet werden. Die Dauer dieser Phase, welche sowohl  sehr schön als auch extrem schmerzhaft sein kann, pendelt zwischen  Wochen, Monaten und Jahren.

Tipps für diese Phase:  Vor  allem in dieser Phase treten oft Suizidgedanken auf. Ein empathischer  Zuhörer ist hilfreich und wichtig, doch auch professionelle Hilfe kann  mitunter notwendig sein.

4. Phase: Neuer Selbst- und Weltbezug

Sind  die drei vorangegangen Phasen der Trauer bewältigt, kann nun, in der  letzten Phase, der Schmerz in den Hintergrund treten und der Angehörige  den Verlust akzeptieren und ein Leben ohne die verstorbene Person planen  und leben.



Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross:

Die  Trauerphasen nach Kübler-Ross versuchen zu beschreiben, wie  Angehörige  den bevorstehenden Tod und das Sterben eines geliebten Menschen erleben  und verarbeiten.

Phase 1: Leugnen
Auch bei  Kübler-Ross ist die erste Phase gekennzeichnet vom Nicht-Wahrhaben und  Gefühlen von Isolation. Den Betroffenen kann dadurch geholfen werden,  dass man sich mit ihnen gemeinsam mit der Diagnose oder dem Tod  allgemein auseinander setzt.

Phase 2: Zorn
Diese  Phase ist vor allem von Wut geprägt, welche sich gegen den Sterbenden  richtet, da dieser den Hinterbliebenen verlassen wird oder bereits  verlassen hat, aber eventuell auch gegen andere Menschen, weil diese  weiterleben dürfen. Auch hier ist es wichtig, entsprechende Gefühle zu  akzeptieren und zuzulassen.

Phase 3: Verhandeln
In  dieser meist eher kurzen Phase der Trauer versuchen die Betroffenen das  Unvermeidliche aufzuschieben. Wichtig ist, dass ungelöste Konflikte  sichtbar gemacht uns verarbeitet werden können.

Phase 4: Depression
Die  vierte Phase der Trauer ist  von einem Gefühl der inneren Leere, und  Verzweiflung geprägt. Es wird über den (bevorstehenden) Verlust und  Versäumnisse nachgedacht.

Phase 5 - Akzeptanz: 
In  der letzten Trauerphase haben die Betroffenen Emotionen wie Wut,  Hoffnung oder Schmerz bereits hinter sich gelassen und befinden sich in  einem Zustand der Resignation, aber auch Akzeptanz. Diese Phase ist für  die Beteiligten oft besonders schwierig.


Trauerphasen nach Bowlby

  1. Betäubung :
    Das  Gefühl, wie betäubt zu sein, aber auch emotionale Ausbrüche von Wut,  etc. kennzeichnen diese Phase, die einige Stunden bis zu einer Woche  dauern kann.

  2. Sehnsucht und Suche nach der verstorbenen Person:
    Tiefe  , fast kindliche Sehnsucht führ dazu, dass man den Tod nicht akzeptiert  und Zeichen dafür sucht, dass die verstorbene Person wieder  zurückgekehrt ist.

  3. Desorganisation und Verzweiflung:
    Die  Erkenntnis, dass die verstorbene Person nicht zurückkehren wird führt  in dieser Phase zur Verzweiflung.Der beginnt die Aufarbeitung des  Geschehenen.

  4. Reorganisation:
    Nachdem der Tod  akzeptiert worden ist, kann in dieser Phase eine Anpassung an die neuen  Lebensumstände erfolgen. Dabei werden vorhandene Ressourcen genutzt,  aber auch neue Rollen angenommen.etc. können mit Trauerreaktionen verbunden sein.


Die Länge der entsprechenden Trauerphasen  variiert individuell. Gelingt die Trauerbewältigung nicht und die  Trauerarbeit gerät ins Stocken oder kommt es zu einem Rückfall in  frühere Trauerstadien, kann professionelle Hilfe notwendig werden.



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